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Frühlingszeit, Heuschnupfenzeit

Das Thermometer steigt, und mit ihm die Vorfreude – denn endlich ist die kalte, unangenehme Jahreszeit vorbei. Doch nicht jeder kann sich wirklich darüber freuen, denn für rund 15% der Deutschen bedeutet der Frühlingsanfang auch den Beginn der Heuschnupfenzeit. Verursacht wird Heuschnupfen durch Blütenstaub, auch Pollen genannt. Von etwa März bis Juli findet gewöhnlich der stärkste Pollenflug statt und Weide, Esche, Pappel oder Birke setzen den Heuschnupfengeplagten Allergikern enorm zu. Leider bildet dieses Jahr hier keine Ausnahme. Im Gegenteil – Experten sagten für 2012, bedingt durch den sehr milden Winter, einen besonders starken Pollenflug voraus, was sich schon zu Jahresbeginn bewahrheitete. Außerdem ist der Pollenflug nicht auf den Frühling beschränkt, denn einige Allergieauslöser fangen sogar schon im Januar an zu blühen und andere sind bis Oktober aktiv.

Heuschnupfen – Was ist das eigentlich?

Heuschnupfen, oder auch Pollinose, ist ein allergisch bedingter Schnupfen (allergische Rhinitis), welcher durch die Pollen verschiedenster Gräser, Bäume und Kräuter ausgelöst wird. Beim ersten Kontakt mit einem dieser Allergene entscheiden die zuständigen Zellen im Körper, ob der Stoff eine Bedrohung darstellt oder nicht. Werden die Pollen „irrtümlich“ als gefährlich identifiziert, beginnt das Abwehrsystem den „Eindringling“ zu bekämpfen und es kommt bei jedem weiteren Kontakt mit dem Verursacher zu einer allergischen Reaktion – die für Heuschnupfen typischen Symptome wie Juckreiz, Schnupfen und Niesanfälle oder eine Rötung der Augen werden dann aufgrund einer Ausschüttung des Gewebshormons Histamin im Körper ausgelöst. Die meisten Heuschnupfenpatienten erkranken bereits in jungen Jahren und kämpfen ihr gesamtes Leben mit den unangenehmen Folgen. Experten gehen davon aus, dass heutzutage mehr als 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen Probleme mit Heuschnupfen haben – Tendenz steigend. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Gründe hierfür u.a übertriebener Hygiene im Säuglingsalter zurückzuführen sein könnte – das Immunsystem ist aufgrund mangelnden Kontakts mit Krankheitserregern unterfordert und attackiert deswegen harmlose Stoffe wie Pollen. Je nach Ausprägung der Pollenallergie kann ein Heuschnupfen dann auch starke Auswirkungen auf die Lebensqualität haben, denn die Produktivität in Schule und Beruf kann ebenso beeinträchtigt werden wie das gesellschaftliche Leben oder der Schlafrhythmus.

Wirksame Hilfe bei Heuschnupfen

Den besten Schutz vor Allergien bietet zweifelslos die Vermeidung des Kontakts zum allergieauslösenden Stoff, was natürlich in sehr vielen Fällen nicht möglich ist. Zur Behandlung von Heuschnupfen gibt es deswegen grundsätzlich zwei Ansätze. Bei der symptomatischen Therapie werden die Symptome des Heuschnupfens mit kortisonhaltigen Präparaten oder Antihistaminika in Form von Tabletten, Nasensprays oder Augentropfen behandelt. Antihistaminika blocken die übermäßige Ausschüttung von Histamin im menschlichen Körper und sollten deswegen im Idealfall vor dem zu erwartenden Kontakt mit dem Allergieerreger eingenommen werden. Antihistaminika wie z.B. Cetirizin wirken schnell und sind oft rezeptfrei in der Apotheke erhältlich oder online bestellbar.

Der zweite Ansatz bei der Heuschnupfenbehandlung zielt auf die Bekämpfung der Ursache ab und wird in Fachkreisen als Hyposensibilisierung (früher: Desensibilisierung) bezeichnet. Die Hyposensibilisierung kommt meist nur in besonders schweren Fällen von Heuschnupfen zum Einsatz. Hierbei wird der Körper durch das regelmäßige Verabreichen des allergieauslösenden Stoffes in geringen, aber dennoch stetig steigenden Mengen über einen Zeitraum von etwa 3 Jahren an das Allergen gewöhnt. Dies führt dazu, dass sich das Immunsystem mit der Zeit auf den Erreger einstellt und dadurch keine Überreaktionen mehr veranlasst. Die Chancen auf eine vollständige oder zumindest teilweise Heilung bei Heuschnupfen sind hierbei sehr gut. Wichtig ist jedoch, dass die Diagnose eindeutig ist und das oder die allergieauslösenden Stoffe vor Beginn der Therapie klar identifiziert wurden. Da bei der Verabreichung der Allergene in Form von Tropfen, Tabletten oder Injektionen unter die Haut die Gefahr eines allergischen Schocks besteht, sollte eine Hyposensibilisierung unbedingt unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Heuschnupfen News und Service : Pollenflugkalender und Pollenflugvorhersage

Welche Pollen zu welcher Jahreszeit wie stark verbreitet sind, können Heuschnupfen Allergiker auf Pollenflugkalendern erkennen, die im Internet an vielen Stellen angeboten werden.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bietet zudem die aktuellen Pollenflugaussichten für zwei Tage im Voraus, sowie eine Vielzahl informativer Statistiken an.

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