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Hilfe bei Inkontinenz

Was ist Inkontinenz

Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter Inkontinenz meist bloß eine mangelnde Blasenkontrolle, da diese Form der Inkontinenz die verbreitetste ist. Inkontinenz bedeutet jedoch sowohl eine eingeschränkte oder nicht mehr vorhandene Kontrolle des Harn-, als auch des Stuhlabgangs (anorektale Inkontinenz). Dies kann, je nach Schweregrad, den unbeabsichtigten Verlust weniger Tröpfchen, einen mäßigen Stuhl- oder Harnverlust oder sogar die völlige Entleerung von Blase und Darm bedeuten.

Inkontinenz kann prinzipiell jeden betreffen, doch gibt es für manche Gruppen statistische Häufungen. Eine Harn-Inkontinenz betrifft häufig Kinder. Oft kann nach negativen Änderungen im Lebensalltag ein nächtliches Einnässen beobachtet werden, obwohl das Kind zuvor „trocken“ war. Auch bei rund einem Drittel der Schwangeren tritt nach der Entbindung eine Inkontinenz auf. In den meisten Fällen legt sich eine solche postnatale Inkontinenz binnen einer Woche. Zudem sind Senioren beider Geschlechter häufiger betroffen.

Ursachen von Inkontinenz

Die Ursachen von kindlicher nächtlicher Inkontinenz (Enuresis), als Reaktion auf Veränderung, sind psychischer Natur. Von dieser speziellen Problematik abgesehen, sind die Ursachen überwiegend körperlich bedingt.

Die Inkontinenz infolge einer Geburt ist meist leichterer Art und äußert sich beispielsweise im Abgang von Urintropfen beim Niesen, Husten oder Lachen. Es kommen jedoch auch schwerere Formen vor. Ursachen hierfür liegen im postnatal geschwächten Beckenboden. Ebenfalls möglich, jedoch seltener, ist eine Stuhlinkontinenz nach einer Geburt.

Inkontinenz im Alter liegt bei Frauen häufig im schwächelnden Bindegewebe, bei Männern in Prostatabeschwerden begründet. Darüber hinaus gibt es diverse, eine Inkontinenz begünstigende Faktoren, wie Gehirnerkrankungen (bspw. Demenz), häufige Blasen- oder Harnwegsinfekte, Diabetes mellitus, Übergewicht, u.A.

Gerade im Alter ist die Stuhlinkontinenz vermehrt ein Thema. Die Fähigkeit, den Schließmuskel zu halten, nimmt im Alter ab – das kann ein Grund dafür sein, dass der Stuhl nicht mehr kontrolliert werden kann. Weitere Gründe können Funktionsstörungen des Schließmuskels sein, die zum Beispiel durch Darmerkrankungen hervorgerufen werden können. Nicht selten ist die gestörte Nervenwahrnehmung am Darmausgang ein Grund für auftretende Stuhlinkontinenz. Patienten mit Diabetes mellitus, multipler Sklerose, Demenz sowie Schlaganfall-Patienten können unter Problemen bei der Steuerung der Darmentleerung leiden.

Mögliche Behandlungen von Inkontinenz

In allen Fällen, in denen die Inkontinenz symptomatisch zu behandeln ist, können verschiedene Medikamente eventuell Abhilfe schaffen.

Falls ein Kind plötzlich beginnt, nächtlich einzunässen, sollte im Gespräch mit ihm und einer Anamnese beim Kinderarzt der Ursache auf den Grund gegangen werden. Ungeduld oder Vorwürfe sind hier fehl am Platz – kaum ein Kind macht „aus Spaß“ wieder ins Bett. Die Ursache sollte behutsam erfasst und, wenn möglich, Gegenmaßnahmen getroffen werden. Nicht ganz aus den Augen darf jedoch eine mögliche physische Ursache gelassen werden, sodass dieses Feld vom Arzt zuerst abgeklärt werden sollte.

Inkontinenz, die infolge einer Schwangerschaft länger als eine Woche andauert, sollte dem Frauenarzt mitgeteilt werden. Eventuell kann ein Beckenbodentraining die Inkontinenz lindern oder ganz beseitigen. Sollte die Inkontinenz langfristig nicht besiegt werden können, gibt es, nach sorgfältiger ärztlicher Beratung, die Möglichkeit eines operativen Eingriffs.

In Inkontinenzfällen, die beispielsweise krankheits- oder altersbedingt nicht vollständig zu heilen sind, können spezielle Inkontinenzunterwäsche und/oder Einlagen sinnvolle Maßnahmen sein, sodass sich auch Betroffene, die ein hohes Schamempfinden bezüglich ihrer Problematik haben, nicht aus dem Alltag zurückziehen.

Sowohl für Harn- als auch für Stuhlinkontinenz bietet der Handel verschiedene Hilfsprodukte.

Für Betroffene von Harninkontinenz werden beispielsweise Einlagen oder spezielle Einweg-Slips angeboten, die besonders saugfähig sind. Die Inkontinenz-Produkte sind dabei besonders dünn gearbeitet, sodass sie auch nicht sichtbar unter der Kleidung getragen werden können. Der Anatomie entsprechend gibt es spezielle Produkte für Sie und Ihn. Zusätzlich werden Bettunterlagen angeboten, die die Matratze schütze bzw. den Urin aufsaugen.

Zusätzlich werden für Patienten mit Stuhlinkontinenz neben den bereits genannten Produkten auch Analtampons und Stuhlauffangbeutel angeboten. Der behandelnde Arzt kann zur richtigen Inkontinenzversorgung beraten.

Die hier veröffentlichen Informationen dienen lediglich der allgemeinen Information und ersetzen in keinem Fall eine ärztliche Beratung!

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